Beat Zoderer: Um 5 Ecken herum

Kienbaum Artists’ Books 2017

Kienbaum Artists Books, hrsg. von Jochen Kienbaum
5 Gedichte (dt.) von Klaus Merz
68 S., lose zusammengesteckte und farbig bedruckte Transparentpapiere
Format 19,5 x 14,75 cm, mit geknoteter Kordel im Falz zusammengehalten, eingelegt in einen Stülpdeckelkarton mit bedrucktem Titelschild und Lochstanzung

ISBN 978-3-86442-197-6

39,80 €

Op de Eck

Für Beat Zoderer ist seine Arbeit eine Reaktion auf Versatzstücke klassischer Arbeiten etwa eines Max Bill, aber auch auf vorgefundene Alltagsformen oder Gebrauchsgegenstände. Diese von ihm präzise geplante Künstleredition für Jochen Kienbaum führt zwar das ­konstruktive Erbe fort, in dem er sich durchaus verortet, sprengt es jedoch zugleich durch seine inhaltliche wie ästhetische Ambivalenz. Im Unterschied zur klassischen Moderne gründet Beat Zoderers Werk auf keiner geschichtsphilosophischen Prämisse, sondern bewegt sich mit seinem kunstkritischen Ansatz zwischen Alltagswelt und Kunst und findet so Anschluss an das ironische Gedankengut der Postmoderne. So korrespondiert die jüngste Serie der versetzt ineinander geblendeten Fünfecke mit einem der beigefügten Gedichte von Klaus Merz, das sich auch als Motto für Beat Zoderers (Sinn-)Arbeit an der Moderne lesen lässt: »Es gibt eine Stimme / die ich wiedererkenne / noch bevor sie / mich ruft.«