Bodycheck – Martin Kippenberger – Maria Lassnig

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  • 2018
  • 176 Seiten
  • 28 × 22 cm
  • 137 farbige Abbildungen
  • Softcover
  • ISBN: 978-3-86442-234-8
  • Ausgabe: Deutsch, Englisch, Italienisch
  • Institution: Museion Bozen
  • Herausgegeben von: Veith Loers
  • Texte von: Kristy Bell, Anna Fricke, Veit Loers, Peter Pakesch
  • Gestaltung: Kühle und Mozer, Köln

Unter dem Titel BODYCHECK werden zwei große Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden 20. Jahrhunderts ­gezeigt, die in der Ära der male­rischen Ab­straktion und der aufkommenden »poli­tischen Correctness« die künstle­rische Arbeit mit dem ­Körper als groteske ­Inszenierung der weiblichen wie der männ­lichen ­Version als Theatralik des Leibs und der Gliedmaßen sowie des Kopfs und der Augen verstanden haben. Maria Lassnig (1919–2014) hat diesen ­humorvoll ­grotesken Diskurs als selbstironisches künstle­risches Ausdrucks­mittel und ­feministische Waffe durch Jahrzehnte hindurch in ihren Bildern immer wieder neu ­aufgegriffen und dabei sich selbst als Torso, als Tier mit Prothesen und in permanenter organischer Metamorphose präsentiert. ­Martin Kippen­bergers (1953–1997) Bilder, Skulpturen und Zeichnungen sind durchgängig von einer hintergründigen Groteske getragen, in der Comic und abgrün­diger Humor die Ausdrucksmittel einer schmerz­vollen, ja ­tragischen Welterfahrung sind, wo gilt: »Keiner hilft keinem!« Das Ich, der ­eigene ­Körper, wird in ­Artefakte und Sprach­konstrukte allegorisch verstrickt oder fragmentiert. Rettung bleibt Utopie. Lassnig und Kippen­berger sind sich nie begegneten, aber die Nähe in der Motivauswahl ist verblüffend. ­Kippenberger hat mit großer Wahrscheinlichkeit Ausstellungen Lassnigs gesehen (Düsseldorf 1985), und umgekehrt hat sich die österreichische Künstlerin nach seinem ­frühen Tod ganz offenkundig mit seinem Oeuvre auseinandergesetzt. Die Ausstellung und das Buch stellen ­Körperbilder beider Künstler aus zwei Jahrzehnten gegenüber und geben damit Einsichten in das geschlechter­spezifische Rollenverständnis in der Kunst Ende des 20. Jahrhunderts.

Ausstellung:
Museion Bozen, 3/2 – 6/5/2018
Lenbachhaus München, 21/5 – 15/9/2019