HYPER! HYPER! HYPER!

vom 1. März bis 11. August 2018

 

A JOURNEY INTO ART AND MUSIC

 

In seinem Vorwort schreibt Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg:

Die Ausstellung Hyper! A Journey into Art and Music zeigt in vielen Facetten die engen Beziehungen zwischen zeitgenössischer Kunst und Musik: Künstler*innen lassen sich von Musik inspirieren, und ihre Werke wirken zurück auf die Musik. Kurator ist der Publizist Max Dax, er war Chefredakteur der Musikzeitschriften Spex und Electronic Beats. Seit fast dreißig Jahren spürt Max Dax den Querbezügen zwischen den beiden Genres nach. Die Ausstellung bietet denn auch mit fast 300 Werken von 60 Künstler*innen und zahlreichen in ihrem Rahmen stattfindenden Konzerten einen ganz und gar neuen Blick auf das »Crossover« zwischen Kunst und Musik, das das Geschehen in beiden Bereichen geprägt hat.

Der Ausstellungstitel Hyper! stammt ursprünglich von der Technoband Scooter und taucht 2007 unvermittelt in einem Bild Albert Oehlens wieder auf. Während Scooters Musik sich an harten, monotonen Basslinien orientiert und eine rebellisch-hedonistische Grundhaltung zum Ausdruck bringt, fühlt sich Oehlen von der Oberflächlichkeit Scooters im Wortsinn inspiriert. Mit Banalität und Entleerung den Puls der Zeit zu treffen, ist einer von vielen Kunstgriffen, mit denen Kunst und Musik sich gegenseitig antreiben.

Die Ausstellung Hyper! A Journey into Art and Music wollte kein weiteres Mal nur auf Andy Warhols Velvet Underground verweisen oder Künstler präsentieren, die auch Musik machen. Sie nimmt die substanzielle Beziehung zwischen Kunst und Musik viel umfassender in den Blick, unter anderem mit einer Vielzahl von Werken, die eigens für die Ausstellung entstanden sind, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Rauminstallationen, die sich seitens der bildenden Kunst mit Musik befassen, sowie zahlreiche hybride Multimediaarbeiten. Copy & Paste, Zitate, Remixes, immer neu definierte Autorschaften und permanente konzeptuelle Dekonstruktionen — das Bild, das Max Dax entwirft, ist splittrig, weist in viele Richtungen und sensibilisiert dafür, Werke anders zu lesen und besser zu verstehen, nicht zuletzt durch die Interviews, die von ihm mit fast allen teilnehmen- den Künstler*innen für den Katalog geführt wurden. An- gesiedelt zwischen höchstem theoretischen Niveau und der ganz persönlichen Erfahrungsebene, liefern sie erhellende Kommentare zu den in der Ausstellung gezeigten Beiträgen.

Eröffnet wird die Ausstellung in der Halle für aktuelle Kunst mit einem Konzert von Freiwillige Selbstkontrolle / F.S.K. unter dem Motto Ein Haufen Scheiß und ein zertrümmertes Klavier, bei dem die in der Rockmusik gepflegte Tradition der Zerstörung von E-Gitarren auf der Bühne mit der Fluxus-Praxis der Zertrümmerung von Klavieren rückgekoppelt wird. Musik und Kunst werden in der Schau Hyper! zu kooperierenden widerständigen Praktiken, offerieren einer Art Überlebensstrategie gegen den Trott des Alltags und stiften eine visionäre Hoffnung, die der Abgründigkeit dieses Alltags trotzt.