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Eine Hommage an Blinky Palermo! Mary Heilmann (1940–2026) wurde in San Francisco geboren und hatte ihre Karriere als Keramikerin begonnen. Doch schon mit ihrer Übersiedlung nach New York 1968 wechselte sie das Metier, beginnt mit Malerei und entwickelte eine abstrakte Bildsprache, die stilistisch nicht eindeutig festzulegen war Mal dominierte die organische, dann die geometrische Abstraktion. Diese hybride Malweise spiegelte zugleich die Lebenserfahrung Mary Heilmanns, die in den Bildern verschlüsselt zum Ausdruck kommt. So zitieren etwa grüne und blaue Farbwellen, den langen Sommer am Strand des Pazifik, während grün-gelbe Farbbahnen zugleich als Scheinwerfer erscheinen, die Licht in das Dunkel langer Nachtfahrten werfen – zwei typische Chiffren für die frühe amerikanische Hippie- und Aussteiger-Kultur, die auch vor exzessivem Drogenkonsum nicht halt gemacht hat. Mary Heilmann verbiand so die erzählerische mit der rein bildlichen Ebene und vermied dadurch die Eindimensionalität einer klar identifizierbaren Aussage. Sie pflegte Mehrdeutigkeit und Dialogfähigkeit, und das ließ ein Zwiegespräch mit anderen Künstlern zu. Im Falle dieses Kataloges integrierte die Künstlerin Arbeiten des früh verstorbenen Blinky Palermo (1943–1977), dessen Werke sie sehr schätzte. Für seine Arbeiten lässt sich eine ähnliche Sensibilität und undogmatische Souveränität wie für das Werk Heilmanns konstatieren, weshalb das Buch wie eine Art Hommage für Blinky Palermo angelegt ist, der 2013 siebzig geworden wäre.
Ausstellung:
Kunstmuseum Bonn, 11/7–29/9/2013