Priska von Martin

Kat. Museum für Neue Kunst/Städtische Museen Freiburg / Gerhard-Marcks Haus Bremen

Ausstellungskatalog, hrsg. von Christine Litz, Arie Hartog
Texte (dt./eng.) von Arie Hartog, Isabel Herda, Noura Persephone Johnson, Christine Litz, Mirjam Verhey und eine kommentierte Biografie von Christiane Grathwohl-Scheffel
280 S. mit 400 farbigen Abbildungen, Klappenbroschur

ISBN 978-3-86442-3192

39,80 €

Priska von Martins Motor war, das Menschsein als Gebilde zu erfassen

Sie versuchte künstlerisch zu umreißen, was die menschliche Existenz ausmacht, mitsamt Vereinzelung, Dysfunktionalität, Schmerz, aber auch Harmonie, Ganzheit und Schön­heit. Sie erfasste das Wesenhafte menschlichen Daseins in Tierfiguren sowie weiblichen Körpern und Torsi. Ihre Kunst zielte ebenso auf das Körperliche, das sichtbar Physische – Verletzung, Verschiebung, Deplatzierung – wie auf das Geistige, das Unsichtbare, Ungreifbare – Gefühle, Instinkte, Zustände betreffend. Wer war Priska von Martin? Welche Hoffnungen hat sie damit verbunden, ihren Nachlass so weit weg von ihrem Wirkungsort München in ihre Geburtsstadt Freiburg zu geben, auf die vage Chance hin, (irgendwann einmal) eigen­ständig wahrgenommen zu werden? Wenn sie also auf diesen fremden (zeitversetzten) Blick gesetzt hat, warum hat sie dann ihr Werk so gut wie nicht dokumentiert? Welche Teile ihrer Biografie wollte sie lieber im Dunkeln lassen? Wie gehen wir mit den Informationen über diese Künstlerin um, die von den meisten ihrer WeggefährtInnen als diskrete Person beschrieben wird? Inwiefern lässt sich daraus, dass Einschätzungen zum politischen Geschehen, zu gesellschaftlichen Kontexten und ihrem Umfeld fehlen, der Schluss ziehen, dass sie sich mit alledem nicht auseinandergesetzt hat?

Ausstellungen:
Museum für Neue Kunst/Städtische Museen Freiburg, 4/4 – 13/9/2020
Gerhard-Marcks-Haus Bremen, 12/9/2020 – 21/11/2021