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Texte (dt./eng.) von Christine Heidemann, Anne Waak sowie mit einem Gespräch von Max Dax mit Alexander Kluge über Berliner Trümmergrundstücke
208 S. mit 195 farb. und 50 s/w Abb.
Format 30 x 24 cm, Leinenband geprägt
In seinen auf den ersten Blicken heterogenen Projekten analysiert Philip Topolovac die Bedingungen unter denen wir Realität wahrnehmen und fragt nach dem Sinn, den wir dem Wahrgenommenen beimessen. Was ist echt? Was ist historisch bedingt? Was taxieren wir nach seinem Wert? Ist unsere Welt tatsächlich so, wie wir gelernt haben, sie uns vorzustellen? Dabei ist die Entstehung von Kunst ein Thema, das für den Künstler vor allem im Kopf der Betrachter stattfindet – Wahrnehmung als Projektion und Interpretation ist in vielen Werken zentrales Thema. Das Ziel dieser Publikation ist es daher, den roten Faden für Topolovacs Arbeiten festzuhalten. Die Welt als Modell, das Kunstwerk als Requisit – dieser zentrale Aspekt in seinem Werk spiegelt sich auch in der jüngsten Serie der »Propheten« (2025), bei denen »ekstatische« Gesichtsabdrücke von barocken Tonmodellen für Heiligenfiguren zu lebensechten Kopfmodellen aus Styropor und Modelliermasse geformt werden. Als Skulptur hat er auch eine zum Springbrunnen umfunktionierte Betosäule (2023) aus dem Biergarten des Berghains nachgebaut. Zudem ist es Philip Topolovac gelungen, in den letzten Jahren eine umfangreiche Sammlung kriegszerstörter Objekte aufzubauen, die er aus Baugruben in Berlin gerettet hat. Die vielen Nachkriegsbrachen am Mauerstreifen und im geteilten Rest der Stadt werden seit der Wiedervereinigung unter Hochdruck bebaut. Der Immobilienboom öffnet dabei nur ein kleines Zeitfenster in die dramatische Vergangenheit, aus der immer wieder Zeugnisse der weitreichenden Zerstörungen Berlins im Krieg hervorquellen. Dabei stoßen die zur Entsorgung vorgesehenen Altlasten aus dem Erdreich wie aus dem Unterbewusstsein der Stadt. Aus einem ähnlichen Kontext stammt – dabei ist sie deutlich verträumter – die Arbeit »Orpheus«, ein verwitterter Kopf der als schwimmende Skulptur in einem Berliner See zu sehen ist, und in unterschiedlichen Intervallen ertönen Arien aus der Gluck-Oper »Orfeo ed Euridice« (1762). Stets verschmelzt bei Topolovac Tragik aus Mythos und Realität zu surrealen Vexierbildern und steht so für die Genese des Buches.
Book Launch: 18.30 Uhr, 23.4.2026 Café Dix, in der Berlinischen Galerie

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