Olivier Mosset: TUTU

Kat. Museum Haus Konstruktiv Zürich

Ausstellungskatalog, hrsg. von Sabine Schaschl
Texte (dt./eng.) von Evelyne Bucher, Philip Ursprung sowie ein Interview mit dem Künstler von Sabine Schaschl
160 S. mit 91 farbigen Abbildungen
Format 27 x 23 cm, Hardcover

ISBN 978-3-86442-295-9
 

39,80 €

Vom Stern zum TUTU

Seit 1996 lebt Olivier Mosset in Tucson, Arizona, geboren ist er 1944 in Bern. Seit Mitte der 1970er Jahre gilt er als Vertreter der sogenannten Radikalen Malerei, einer abstrakt-geometrischen Malereiauffassung, die 1977 mit der stilprägenden Ausstellung »Radical Painting« in Williamstown, New York, Kunstgeschichte schrieb. Als eines ihrer Ideale gilt, die künstlerische Originalität durch Objektivität und ­Serialität zu unterwandern. Ausgangspunkt bildete die Frage, was Malerei ist und wie sie funktioniert. Olivier Mosset hat zu dieser Fragestellung ein viel­fältiges Œuvre an monochromen sowie abstrakt-geometrischen Werken geschaffen, die sich jeder mystifizierenden Bedeutungs­zuschreibung entziehen. Ausstellung und Buch führen dies in exemplarischer Weise vor und ­bieten einen vielfältigen Überblick zu Olivier Mossets Schaffen – von den schwarzen Kreisringen über die zweifarbigen Streifenbilder bis zu den Sternen und monochromen Leinwänden, die ohne jeden individuellen Duktus ausgeführt sind. 1962 hatte Olivier Mosset seine künstlerische Laufbahn in Paris als Assistent von Jean Tinguely und Daniel Spoerri begonnen. Dort traf er auf ­Daniel Buren, Michel ­Parmentier und Niele Toroni, mit denen zusammen er von Januar bis September 1967 in vier provokativen Gemeinschaftsaktionen den Abstrakten Expressionismus und damit die Nouvelle École de Paris frontal angriff. Nach ihren Initialen nannten sie sich BMPT, lösten die Gruppe aber schnell wieder auf. Sie wollten die vorherrschende Malerei grundlegend hinterfragen, bei Null beginnen, eine Malerei for­mulieren, die nur auf sich selbst verweist. 1968 wird Olivier Mosset Mitglied der Pariser Gruppe »Vive la Révolution«, in den 1970er Jahren zieht es ihn wiederholt nach New York, wo er Andy ­Warhol kennenlernt und sich intensiv mit dem Werk von Robert Ryman beschäftigt. Den Bogen schließen jüngere Arbeiten wie das titel­gebende »TUTU« von 2013, ein Wortspiel, das sich auf die Zeichnung eines anderen Künstlers bezieht – eine Ballerina von Marcel Duchamp.

Ausstellung:
Museum Haus Konstruktiv Zürich, 30/5–9/9/2019